Die Vorjury

So viel Spaß macht die Vorbereitung auf das Kurzfilmfestival

Zwischen dem 7. und 11. August flimmern bei der Alpinale auf dem Ramschwagplatz in Nenzing jeden Abend fabelhafte Kurzfilme aus aller Welt über die Leinwand. Den meisten BesucherInnen ist es dabei gar nicht bewusst, wie viel Vorarbeit nötig ist, um die besten Beiträge aus den vielen Einreichungen herauszufiltern, die dann im Wettbewerb um das „Goldene Einhorn“ stehen.

Heuer konnte mit 1245 Filmen ein neuer Einreichrekord verzeichnet werden. Zur Veranschaulichung: Wenn nur eine Person für die Auswahl verantwortlich wäre, ergäbe sich eine ununterbrochene Sichtungsdauer von über 290 Stunden. Dies sind über 12 Tage und Nächte. Da man das alleine nicht schaffen kann, werden die Einreichungen in Pakete geschnürt und in 23 Vorjurys gesichtet. Jedes Team nominiert aus den 50 Filmen ihres Pakets bis zu zehn Favoriten. Diese werden dann noch einmal vom Organisationsteam gesichtet und zum fertigen Programm zusammengestellt, das 2018 aus 38 Filmen (inklusive den vier Vorarlberger Produktionen, die über die v-shorts nominiert wurden) besteht.

SchülerInnen halfen mit

Wie schon die letzten Jahre waren auch heuer wieder SchülerInnen des BG Bludenz unter der Leitung ihres Lehrers Jürgen Schacherl Teil der ehrenamtlichen Vorjury. Wie immer war die Auswahl anhand der Dichte an guten Filmen schwer und es gab – neben einigen Fehlschlägen – viel zu entdecken. Viktoria Gartner (18), die seit mehreren Jahren im Team ist, meint: “Die wunderbare Vielfalt der eingereichten Kurzfilme machte die Arbeit in der Vorjury zu etwas Bereicherndem, bei dem weder WOW!-Momente noch der Spaßfaktor zu kurz kamen.” Lukas Steu (19) erklärt: “Ich persönlich freue mich sehr, auf diese Weise Teil des Festivals zu sein. Man bekommt einen guten Eindruck, wie viel Arbeit hinter einem Festival steckt und Spaß beim gemeinsamen Diskutieren und Abstimmen hatte ich natürlich auch.”

Immerhin sechs der von den SchülerInnen bewerteten Filme finden sich auch im Hauptprogramm wieder. Michael Orth, Mitglied der Jury, weist auf die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit dem Medium im Unterricht hin: “Wir leben in einer Zeit des medialen Overkills. Insbesondere durch und in den sozialen Kanälen. Daher ist es besonders wichtig, Kinder und Jugendliche für einen kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit den Medien zu sensibilisieren. Kurzfilme sind dafür besonders geeignet, da in diesem Format in kurzer Zeit eine große Themenvielfalt abgebildet werden kann.” Dies bestätigt auch Adela Dulovic (19), die ebenfalls seit mehreren Jahren dem SchülerInnenteam angehört: “Da ich mich im Studium sehr viel mit audiovisueller Kommunikation beschäftige, ist die Vorjuryarbeit für mich perfekt, mein angeeignetes theoretisches Wissen auch direkt in der Praxis anzuwenden.”

Ob Viktoria, Adela, Lukas und die übrigen Mitglieder der SchülerInnenvorjury heuer ein ähnlich gutes Näschen bewiesen haben wie die letzten drei Jahre, in denen immer mehrere ihrer Favoriten auch bei Jury und Publikum Preise abräumen konnten, wird sich ab dem 7. August zeigen.

Jungcineasten gesucht

Da der ALPINALE die filmische Nachwuchsförderung wichtig ist, wird eifrig nach begeisterten Jungcineasten gesucht, die ab dem nächsten Jahr in die Vorjury nachrücken möchten. Paul Sam (15), der ab dem Herbst die 6. Klasse des BG Bludenz besuchen wird, sagt zum Beispiel, er „wäre gerne in der Vorjury, da er innovative Filmideen von interessanten KünstlerInnen sehen möchte“, die sich von der „Mainstreamfilmlandschaft unterscheiden“, da diese sich seiner Meinung nach „viel zu sehr auf Remakes oder Fortsetzungen“ verlasse. Wer also SchülerIn , älter als 16 und interessiert an Kurzfilmen ist, meldet sich bitte unter office@alpinale.at.

2018-08-02T13:20:12+00:00